CHARLOTTE BRINCKMANN kam 1970 mittels einer - nach Aussage ihrer Mutter untraumatischen - Gebärmuttersprengung in Hamburg zur Welt. Motto der Familie: "Lieber reich und gesund, als arm und krank".

Als Kind hatte sie zuerst unter Plattfüssen, Schüchternheit, dem zeitweiligen Lispeln und einem hinkenden Klavierlehrer zu leiden. Konnte jedoch fast immer als Klassenbeste punkten.

Es folgten erlebnisreiche Jahre der Wanderschaft, u.a. mit Drogen-
erfahrungen in San Francisco, einer Wohnungsbesetzung in Berlin, einem tropischen Parasitenbefall in Mittelamerika und einer, durch den Kuss eines Zwergen ausgelösten, Ohnmacht in Schottland.

Als Studentin der Illustration an der FH Armgartstrasse war sie Schülerin bei A. Feuchtenberger und Mitbegründerin des Comic-Magazins "Unangenehm".

Von Natur aus eher introvertiert interessierte sich Charlotte Brinckmann schon immer mehr für die Vorgänge in Seele und Körper des Menschen, auch des eigenen, als für Extremsportarten. Autobiographische Details sind bereits in ihren Comic-Geschichten verarbeitet. Dem Thema "Wachs und Haare" und dem Grenzbereich zwischen Schönheit und Ekel widmete sie sich schon während ihres Studiums. Für die GuiGui-Ausstellung hat sie nun dieses Thema erneut aufgegriffen.

Charlotte Brinckmann verdient frei- und hauptberuflich ihr Geld als Grafik- und Webdesignerin für namhafte Agenturen und Kunden.
ANTJE DRESCHER kam 1972 in der Poliklinik Rostock zur Welt und wurde auf ihrer ersten Heimfahrt von der Stasi observiert.

Im Kindesalter verliess sie mit ihrer Familie die DDR und wuchs in verschiedenen Hansestädten und Saudi-Arabien auf.

Antje Drescher turnte 15 Jahre lang.
Das Voltigieren musste sie jedoch wegen mit Strom behandelter Kniebeschwerden in der Wachstumszeit aufgeben.

Sie nähte sich durch den Finger (schwarzer Faden, die Nadel brach) und entschied sich gegen ein Modedesignstudium.

Als Nachfahrin von Lucas Cranach d. Ä. studierte Antje Drescher Illustration an der FH Armgartstrasse bei R. Stoye und
A. Feuchtenberger, war Pentiment­Stipendiatin und ­Assistentin und arbeitete anschliessend im Kinder- und Jugendbuchbereich.

Nachdem mehrere internationale Wettbewerbsteilnahmen glückten, wurde sie im "Design Stars Boulevard vol. 4" des dpi Magazins aufgenommen.

Als freie Illustratorin wandte sich Antje Drescher zuletzt der Traumzeichnung zu.
Auf diese Weise wertet sie über das Medium des Traums und seiner zeichnerischen Transkription persönliche Eindrücke aus.
CHRISTIANE HANSEN kam 1973 als dritte von vier Schwestern kurzsichtig und mit einem fehlenden Zehennagel in Würzburg zur Welt.

Bereits in der Grundschule gaben ihr die Fächer Religion, Kunst und Handarbeiten die Möglichkeit, ihr kreatives Potential auszuleben.
Da es inhaltlich im Kunstunterricht darum ging, die Bayernhymne in Schönschrift mit Wappen und Flagge zu Papier zu bringen – (Gott mit dir, du Land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland! Über deinen weiten Gauen ruhe Seine Segenshand!) – und die Handarbeitslehrerin eine trunksüchtige kinderquälende Nonne war, verlegte Christiane Hansen sich, angeregt durch den Religions-
unterricht, auf die Illustration der Bibel mit dem Schwerpunkt Altes Testament ("David verliebt sich in Batseba"oder "die 10 Plagen").

Weitere Sujets ihrer kreativen Anfangsphase waren Harlekine und Ballerinen – gerne mit ganz hartem Bleistift gezeichnet – bis das Blatt riss.
Ihre Eltern bemühten sich später durch aufgezwungenen Ballett- und Cello-Unterricht, sie von dieser schönen Tätigkeit abzubringen.

Nach dem Abitur gelang es Christiane Hansen nach nur drei Studienabbrüchen (Kommunikations-Design, Realschullehramt und Jura) und einem Jahrespraktikum im Malersaal des Würzburger Stadttheaters schließlich, den für sie geeigneten Studiengang zu finden.
Dieser führte sie nach Hamburg, wo sie an der FH Armgartstrasse ihr Studium der Illustration aufnahm und bei den Professoren Grossmann und Ensikat vielversprechend beendete.

Mittlerweile arbeitet Christiane Hansen erfolgreich als Bilderbuch-
illustratorin für verschiedene deutsche und ausländische Verlage (Arena, Oetinger, Thienemann, Sauerländer, Random House, Bayard Jeunesse...).
Als Lottospielerin blieb sie hingegen bisher erfolglos.

Bei GUIGUI widmet sie sich innerhalb des Themas "Materialermüdung" müden Gestalten, von denen man nicht weiß: Schlafen sie noch, oder sind sie schon tot?

Christiane Hansen ist eine große Liebhaberin von Planten un Blomen und des Karstadt-Restaurants (und freut sich deshalb schon auf die Rente).
STEFANIE KLÜCK (alias Ebeneeza K.), geboren als einziges Kind zweier Seefahrer und aufgewachsen in Hamburg, illustriert, fabuliert, fantasiert, collagiert, schraffiert, abstrahiert, interpretiert, spationiert, lackiert, kartografiert, animiert, fotografiert, spaziert und flaniert.

Wegen angeborener Hüftdysplasie und einer vererbten Lungenkrankheit als Kind häufig ans Bett gefesselt, ist Stefanie Klück noch heute, bis auf Spazieren und Flanieren, eine ausgeprägte Bewegungsvermeiderin.
Schon von Kindesbeinen an zeigte sich ihre große Neigung zu Linien und Graustufen, welches von der christlichen Kindergärtnerin mit Argusaugen beobachtet wurde.
Viele ihrer Kindheitswünsche – wie Geschwister haben, Harfe spielen und Reitstunden – blieben unerfüllt. Dies glich sie wirkungsvoll aus durch häufige Museumsbesuche, Kinderfernsehen und Playmobil spielen.

Die gesamte Schullaufbahn traumatisiert ausklammernd, beginnt Stefanie Klück 18-jährig, als Jüngste des Jahrgangs, ein Studium an der Kunstschule Alsterdamm.
Zu dieser Zeit erstellt sie bereits Illustrationen für das Hamburger Straßenmagazin Hinz+Kunzt und belegt den herrausragenden 4. Platz des Illustrationswettbewerbs "Das Alfelder Schneewittchen".

Beeinflusst von visuellen Kreativgrößen wie Tim Burton, Edward Gorey und nicht zuletzt dem asiatischen Comicstil erfindet Stefanie Klück, entsprechend ihrer ausgeprägt morbiden Haltung, düster-ironische Parallelwelten unter dem Titel "Die Guten, die Bösen und die Toten", welche in der Grafschaft Greyfield leben oder eben auch das Gegenteil.
Aus diesen Bilderwelten bastelt sie des Weiteren verschiedene Objekte wie Dioramen, Puppen, Brettspiele und vieles mehr.

Hauptberuflich als Gestalterin bekannter Verpackungen für Knabbergebäck tätig, bereichert sie ihre Freizeit zusätzlich als gewissenhafte Denunziantin (Bild-Informantin), hingebungsvolle Wurstforscherin und Leberschneiderin, und passionierte Cineastin (wandelndes Film-Lexikon).

Lebensmotto: "Der Mensch – ein nachdenkliches Schilfrohr."
RALF RANDAU , Hobbyforscher, Katzenliebhaber und Radiohörer, kam 1969 in der oberbayerischen Kreisstadt Landsberg am Lech, bedrohlich nahe dem Schwabenland, zur Welt.

Während die mütterliche Linie teilweise im Finsteren bleibt (ein transdanubischer "Zahnarzt" tritt hier als unehrenhafter und unehelicher Großvater auf), sind die ostfälischen Wurzeln der väterlichen Linie als gesichert anzunehmen.

Aus seiner frühen Kindheit bleiben 7 Narben am Kopf sichtbar zurück: Davon 5 Zusammenstöße mit Heizkörpern oder Bettkanten, ein Unfall mit dem Autoscooter sowie eine im Wege stehende Straßensperre.

Ralf Paul Randaus Jugendzeit verrinnt quasi spurlos zwischen Musikschule und Eisbude. Schöne Erinnerungen bleiben ihm von den Freizeitvorlieben der Eltern: Angeln an romantischen Waldtümpeln und Reisen in Länder, die man mit dem Auto erreichen konnte. Die Poesie des Bahnfahrens entdeckte er hingegen erst später.

Eine kurze Schauspiel-Karriere endet für ihn in der Kulissenmalerei.
Erst mit spätreifen 17 Jahren unternimmt Ralf Paul Randau erste künstlerische Schritte in neuer wilder Malerei, mit Unsinnsobjekten und Performance.
Es folgt die Gründung der neuen Kunstrichtung "RatioSensibilität".

Mit 18 erfolgt sein Auszug aus dem Bayernland und der Beginn eines seriösen Kunststudiums in Hamburg an der HfbK.

Heute ist Ralf Paul Randau geprüfter Kunst- und Philosophie-
lehrer, Vorstand des Magnetischen Vereins von 1994,
Gründer der IG pivater Kunstunterricht und seit 2001 Direktor und Leiter der kleinen Kunstschule Sophia Loren.


Motto des Hauses sowie privates Familienmotto:
"Alles verbessern!" bzw. "Alles Gute doppelt!"
IMKE STAATS erblickte im Jahr 1966 - ebenso wie "Revolver" von den Beatles – das Licht der Welt.

Aufgewachsen im Zonenrandgebiet, gehörte das DDR-Fernsehen zu ihren prägenden Kultureinflüssen, weswegen sich schon in ihren frühen Zeichnungen Mädchen mit Zöpfen und großen Haarschleifen breitmachten: die DDR-Turnerinnen.
Als Malgrund dienten ihr zunächst die Raufasertapeten des Kinderzimmers und der VW-Käfer ihrer Eltern. Erst später stieg sie auf Papier um, bei dem sie bis heute weitgehend geblieben ist.

Während sie Blockflöte noch unter Zwang lernte, schwänzte sie später den eigens ertrotzten Klavierunterricht, tanzte aber mit großer Freude Volkshochschul-Ballett.

Imke Staats erhielt 1976 irrtümlicherweise eine Siegerurkunde bei den Sommer-Bundesjugendspielen, die sie jedoch selbstlos wieder zurückgab, und entwickelte, zunächst Sporthasserin, im Laufe ihres Lebens eine große Freude an Bewegung, besonders am Schwimmen (nur Brust), Laufen und Radfahren.
Obwohl sie zu Verletzungen an den Beinen neigt (beim Radeln erlitt sie einen offenen Beinbruch durch einen im Schritttempo fahrenden PKW und diverse Bänderrisse), übt sie dennoch möglichst täglich das "Kurzjoggen" aus.

An der FH Armgartstrasse studierte sie bei Prof. Göttlicher und war produktives Mitglied des Comic-Magazins "Unangenehm".

Sie betätigt sich, passend zu ihrer Leidenschaft für Musik, als Konzert- und Musikerzeichnerin für privat und Presse und berichtet als Gelegenheits-Journalistin im Regionalteil einer Tageszeitung über kulturelle Ereignisse.

Imke Staats sammelt als Nostalgikerin Fotos und Postkarten mit Freibad-Motiven und beherbergt das deutsche Schlüpfer-Museum in einer ihrer Schubladen. Sie hat an einem Abend gerne fünf verschiedene Termine gleichzeitig und kann aber derzeit mit ihrer kleinen Tochter nur noch 2 bis 3 davon wahrnehmen.

Imke Staats ist Erfinderin der Frühstücksspezialität "verbranntes Croissant" und vegetarische Wurstforscherin: "Wurst als Materie ist interessant – Schokolade aber auch."
JOHANNES VON LORENZEN wurde 1986 in Neu Delhi als Sohn eines deutschen Diplomaten und einer französischen Theater-
schauspielerin (geb. De Maiolle) geboren.
Er besuchte sowohl die deutsche wie auch die französische Schule und lebte mit seiner Familie in Singapur, Paris und Berlin. Im Alter von 13 Jahren erfand er intuitiv eine neue politische Kunstrichtung.

Seit früher Kindheit spielt er Bassklarinette und E-Fagott und komponiert für seine wunderschöne, aber leider blinde Schwester, die eine internationale Gesangkarriere verfolgt, Popsongs, Sonaten und Opern.

Johannes von Lorenzen lebt derzeit mit seinen beiden Freundinnen, der asiatischen Geigerin Kyoke Matimouri und der kirgisischen Junioren-Schachweltmeisterin Levka Vladimirova Nabokov, in einer offenen Dreierbeziehung, mal in Hamburg, mal in Tokyo.

Johannes von Lorenzen ist Autodidakt. Seine Arbeiten wurden aber bereits in zahlreichen Zeitschriften, wie der "Bukée" oder dem Männermagazin "Galan", veröffentlicht.

Seine Arbeit für GUIGUI trägt den Titel "Wenn die Torte umkippt, kriegst du einen schiefen Mann", in Erinnerung an seine viermal verheiratete und dreimal verwitwete österreichische Großmutter väterlicherseits.